Automobilbau
Der Automobilbau ist in Deutschland der wichtigste Wirtschaftszweig und hängt stark von der Konjunktur in Deutschland und noch stärker von der Konjunktur im Ausland ab. Diese Branche ist stark exportorientiert und wird somit von der wirtschaftlichen Entwicklung in Ländern wie den USA, China, Indien und anderen wichtigen Schwellenländern beeinflusst. Ein weiterer Einflussfaktor stellen Wechselkursveränderungen dar ($ zu Yen und €). Diese Branche reagiert sofort auf die wirtschaftliche Gesamtentwicklung. Um mit Automobilaktien Gewinne zu verzeichnen, ist daher das Timing von besonderer Bedeutung. Es empfiehlt sich Aktien dieser Branche zu kaufen, wenn die Meldungen noch negativ sind, aber der jeweilige Aktienkurs nicht weiter fällt.
Automobilzulieferer
Für die Automobilzulieferer gilt dasselbe wie für den Automobilbau. Geht die Nachfrage nach Automobilen zurück, so sinkt natürlich auch die Nachfrage nach Vorprodukten, die von den Zulieferern hergestellt werden. Die Zulieferer sind also auch stark konjunkturabhängig.
Banken
Banken haben eine bedeutenden Einfluss an den Börsen, da sie die Unternehmen mit Krediten versorgen und für die Liquidität in den Volkswirtschaften sorgen. Aktien von Banken erfahren nur in Ausnahmefällen starke Kursschwankungen, erwirtschaften aber überdurchschnittliche Dividendenrenditen. Ein weiterer Einflussfaktor ist die Zinsentwicklung. Es empfiehlt sich Bankaktien zu kaufen, wenn sich eine Hochzinsphase dem Ende neigt, und diese wieder zu verkaufen, wenn die Anleihen steigen.
Bauhauptgewerbe und -zulieferer
Die Baukonzerne bzw. alle Produzenten von Baustoffen sind auch stark von der Konjunkturentwicklung abhängig. Ein Indikator für die Kursentwicklung sind die Auftragseingänge. Man sollte nur Aktien von Unternehmen kaufen, von denen man genau weiß welche Projekte in den nächsten Jahren bearbeitet werden und wie hoch die Auslastung der jeweilige Aktiengesellschaft ist.
Chemie
Bei Aktien von Unternehmen, die dem Chemiesektor zuzuordnen sind, kommt es darauf an, ob das jeweilige Unternehmen Basischemikalien oder Spezialchemikalien herstellt. Basischemikalien sind durch die Konjunktur stärkeren Preisschwankungen ausgesetzt als Spezialchemikalien. Weiterhin werden Chemieunternehmen schwächer von der Konjunktur beeinflusst, wenn sie zusätzlich im Pharmabereich involviert sind. Generell sind Chemieunternehmen für konservative Anleger geeignet und erwirtschaften eine überdurchschnittliche Dividendenrendite.
Computer
Die Computerhersteller konnten in den letzten Jahren enorme Zuwachsraten verzeichnen. Mittlerweile sind aber einzelne Märkte wie beispielsweise Deutschland fast vollständig gesättigt und das Wachstum kann nur noch in Schwellenländern generiert werden. Man muss bei den Computerherstellern zwischen Produzenten von PCs, Servern oder Großcomputern unterscheiden. Bei dieser Branche ist wichtig die richtigen Unternehmen auszuwählen, da einige Unternehmen wie zum Beispiel Commodore schon lange aus dem Wettbewerb ausgeschieden sind und eher neuere Unternehmen wie Dell von Erfolg zu Erfolg geeilt sind. Diese Branche ist eher konjunkturresistent. Als Faustregel sollte man für den High-Tech-Bereich festhalten, dass vor einem möglichen Kauf das aktuelle KGV nicht wesentlich höher sein sollte als das in den Prognosen erwartete jährliche Gewinnwachstum für die nächsten 5 Jahre.